Die drei Preisträger des SET4FUTURE Innovation Awards stehen fest. Gesucht waren auch in diesem Jahr wieder innovative Produkte und Lösungen, die ein Aushängeschild für die Bahntechnik der Zukunft sind. Innovativ, grün und nachhaltig – genau mit diesen Attributen überzeugte das Unternehmen Skeleton Technologies GmbH mit ihrem Speicher für Energierückgewinnungssysteme in Straßenbahnen die Jury. Den zweiten Platz erhält der Entwicklungsverbund Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, Vossloh Rail Services GmbH und WOLFRAM Designer und Ingenieure für die Entwicklung ihres handgeführten Ultraschallschienenprüfgerätes für Eisenbahnschienen und Weichen. Das Unternehmen INAVET – Institut für angewandte Verkehrstelematik GmbH wird für ihr Fahrerassistenzsystem smarttrains.das mit dem dritten Platz geehrt.

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„Nachhaltigkeit und Digitalisierung waren die Themen des diesjährigen Wettbewerbes, was genau die Zukunftsagenda der Bahnbranche widerspiegelt“, bilanziert Rail.S-Clustermanager Dirk-Ulrich Krüger. „Dies ist kein Zufall“, ergänzt er, „denn die vielen Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bahnland Sachsen gestalten Tag für Tag die Mobilität von morgen mit, nicht selten jedoch im Verborgenen. Mit dem SET4FUTURE Innovation Award geben wir diesen „Hidden Champions“ die Bühne, die Ihnen gebührt. Aber nicht nur den Preisträgern gilt mein Dank! Auch alle anderen Teilnehmer am Wettbewerb haben mit Innovationsgeist und Kreativität überzeugt. Ich bin jetzt schon gespannt, was das nächste Wettbewerbsjahr für uns bereithält!“

Innovativ, grün und nachhaltig – Skeleton Technologies setzt mit Hochleistungs-Energierückgewinnungssystem für Schienenfahrzeuge neue Maßstäbe und gewinnt den 1. Platz beim SET4FUTURE Innovation Award 2021

Das Unternehmen Skeleton Technologies GmbH, Europas Marktführer für Ultrakondensatoren und weltweit einziger Hersteller von Graphen-basierten Ultrakondensatoren, setzte sich bei der vierköpfigen Jury als Sieger beim diesjährigen SET4FUTURE Innovation Award durch. „Ich freue mich besonders, dass sich Skeleton Technologies aus der Oberlausitz mit seiner innovativen, grünen und nachhaltigen Idee durchgesetzt hat“, unterstreicht Juror und Rail.S-Beirat, Michael Fohrer, das Ergebnis und ergänzt: „Vollzertifizierte Ultrakondensatoren, bis zu 30 Prozent Energieeinsparung bzw. Energierückgewinnung, bei einer Lebenszeit von über zehn Jahren – das sind doch überzeugende wirtschaftliche und ökologische Argumente auf dem Weg zu emissionsfreien Städten in Deutschland!“

Die Anwendung von Ultrakondensatoren in Lokomotiven und Straßenbahnen zur Energierückgewinnung bei Bremsmanövern ist gänzlich nicht neu. Einzigartig bei dem Energiespeichermodul namens Ultracapacitor KERS module (lang: Ultracapacitor kinetic energy recuperation system module) ist jedoch die bisher unerreichte Leistungsdichte von über 10 kW/kg kombiniert mit einer sehr hohen Langlebigkeit von über 1 000 000 Ladezyklen.  Einzigartig ist zudem, dass das Ultracapacitor KERS module aufgrund seiner konkurrenzlosen Leistungsfähigkeit nicht nur Hilfsbetriebe, wie z. B. Beleuchtungs- und Informationssysteme im Fahrgastraum, aus der zurückgewonnenen Energie versorgen kann, sondern auch die leistungsstarken Beschleunigungsvorgänge. So können Energienetze vor kritischen Spannungsschwankungen und damit einhergehenden Oberleitungsschäden geschützt werden. Die Verwendung in Straßenbahnen ermöglicht bis zu 30 Prozent Energieeinsparung durch Energierückgewinnung (Rekuperation). Aktuell existierende Batterien können weder entsprechende Leistungen bereitstellen, noch die zahlreichen Lade- und Entladevorgänge überleben, welche im Betrieb anfallen. Mit diesem weltweit einzigen voll für die Schiene zertifizierten Ultrakondensatorspeicher hat das in Estland gegründete Unternehmen mit Produktions- und Entwicklungsstandort in Großröhrsdorf ein einzigartiges Produkt entwickelt, das neue Maßstäbe in puncto „Green Mobility“ setzt und das Potenzial hat, sich als Standardlösung am Markt durchzusetzen. Das Marktpotential wird auch durch bereits bestehende Projekte für Straßenbahnen in Warschau (Medcom) und Mannheim (Škoda Electric) unterstrichen.

© Skeleton Technologies

SET4FUTURE Innovation Award 2021 - Sieger Skeleton Technologies (c)Skeleton Technologies/John Kennedy

© Skeleton Technologies/John Kennedy

Smart, komfortabel und sicher – Innovatives handgeführtes Ultraschallprüfgerät für Eisenbahnschienen sorgt für mehr Sicherheit rund ums Gleis und erhält den 2. Platz beim SET4FUTURE Innovation Award 2021

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es um die Plätze zwei und drei, welches schließlich der Entwicklungsverbund Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, Vossloh Rail Services GmbH und WOLFRAM Designer und Ingenieure für sich entschied. Gemeinsam entwickelten die Verbundpartner SONIQ RAIL EXPLORER – ein leistungsstarkes handgeführtes Ultraschallschienenprüfgerät für die Inspektion von Eisenbahnschienen und Weichen. „Der SONIQ RAIL EXPLORER ist ein hervorragendes Beispiel für die exzellenten Leistungen des Forschungs- und Entwicklungsstandorts Sachsen, die sich vor allem auch durch ihren Fokus auf Anwendungsorientierung auszeichnen“, lobt Dr. André Günther, Juror und Branchenleiter Mobilität bei der Wirtschaftsförderung Sachsen, die Neuentwicklung der Verbundpartner und führt fort: „Das mobile Ultraschallgerät für die Schieneninspektion setzt in diesem Bereich neue technologische und ergonomische Standards, da es direkt in digitalisierte Prozessketten eingebunden werden kann und zudem mit geringem Gewicht, leichter Handhabung und hoher Robustheit für den Einsatz vor Ort überzeugt.“

Zudem sorgt der SONIQ RAIL EXPLORER für mehr Bahnsicherheit in zweifacher Hinsicht: Zum einen vereinfacht die Lösung die Instandhaltungsplanung im Gleis durch effiziente und zustandsorientierte Maßnahmenplanung sowie Schienenbearbeitung. Zum anderen wird ein langfristiger Zugriff auf die Inspektionsdaten für Qualitätskontrolle und Datenanalysen außerhalb des Gleises in sicherer Umgebung für das Prüfpersonal ermöglicht. Vor diesem Hintergrund ist Dr. Günther überzeugt: „Gemeinsam mit kreativen sächsischen Partnern entwickelt, steht es für Innovation „Made in Saxony“ und ist ein Produkt, das im globalen Wettbewerb überzeugen kann.“

© Vossloh Rail Services

©Rail.S

Intelligent, effizient und pünktlich – Fahrerassistenzsystem minimiert Energieverbrauch, erhöht zugleich die Pünktlichkeit im Schienenverkehr und erhält damit den 3. Platz beim SET4FUTURE Innovation Award

Das Unternehmen INAVET – Institut für angewandte Verkehrstelematik GmbH aus Dresden sicherte sich mit seinem Fahrerassistenzsystem (FAS) smarttrains.das schließlich den dritten Platz auf dem Siegertreppchen. smarttrains.das hilft den Triebfahrzeugführern von Schienenfahrzeugen, den Energieverbrauch zu minimieren, ohne die Pünktlichkeit der Zugfahrt zu riskieren. Das FAS gibt Empfehlungen zur optimalen Fahrweise in Abhängigkeit der jeweiligen betrieblichen Situation in Echtzeit aus. Es ist zulassungs- und genehmigungsfrei, läuft autark, ohne permanente Datenverbindung und berücksichtigt dabei die Energierückspeisung. Die Lösung wird mit verschiedenen Daten versorgt, wie z. B. Streckeneigenschaften, Fahrzeugcharakter/-modell sowie Fahrplan. Dabei greift es nicht in die Fahrzeugtechnik ein. Verkehrsunternehmen, die smarttrains.das einsetzen, können gleich dreifach profitieren: Erstens, im Fahrbetrieb lassen sich bis zu 15 Prozent Energie einsparen. Zweitens, durch die Reduktion von Brems- und Beschleunigungsvorgängen wird der Fahrzeugverschleiß und die damit verbundenen Instandhaltungskosten verringert. Drittens, steigt mit der erhöhten Pünktlichkeit auch die Fahrgastzufriedenheit.

„Das Fahrerassistenzsystem smarttrains.das hilft, Energie und Instandhaltungskosten zu sparen und somit Transporte umweltgerechter und zuverlässiger zu machen. Das Unternehmen INAVET greift damit die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Schienenverkehr beherzt auf und entwickelt dieses stetig weiter. Erstmals ist es nun auch gelungen, ein Fahrerassistenzsystem zu entwickeln, das sich auf handelsüblichen mobilen Endgeräten nachrüsten lässt“, lobt Juror Prof. Dr.-Ing. Jochen Trinckauf, Inhaber der Professur für Verkehrssicherungstechnik an der TU Dresden und Geschäftsführer beim Unternehmen CERSS Kompetenzzentrum Bahnsicherungstechnik. „smarttrains.das konnte bereits weltweit verkauft und dadurch neue Arbeitsplätze im Freistaat geschaffen werden. Für mich eine wahre Erfolgsgeschichte „Made in Saxony“, die es verdient, gewürdigt zu werden“, ergänzt Prof.-Dr.-Ing. Trinckauf.

© INAVET

©Rail.S

Nächste Etappe für die Preisträger: Der europäische Innovationswettbewerb des ERCI –  Siegerehrung des ERCI Innovation Awards am 26. Oktober 2021 auf der Fachmesse SIFER 201 in Lille/Frankreich

Die Preisträger des SET4FUTURE Innovation Awards 2021 haben sich automatisch für den europäischen Wettbewerb ERCI Innovation Award qualifiziert. Bereits zum siebten Mal war die europäische Bahnclusterinitiative ERCI auf der Suche nach innovativen Produkten, Technologien, Lösungen und Geschäftsmodellen aus der Bahnindustrie. Über 20 Unternehmen aus ganz Europa haben sich für den Award in den Kategorien „Innovativstes Großunternehmen“ und „Innovativstes Klein- und Mittelständisches Unternehmen“ beworben. Die Preisverleihung zum ERCI Innovation Award ist im Rahmen der Fachmesse SIFER 2021 am 26. Oktober 2021 in Lille (Frankreich) geplant und wird vom französischen ERCI-Partnercluster i-trans ausgerichtet.

Nominiert für den SET4FUTURE Innovation Award 2021 waren zudem die CleanTec Lighting GmbH für ihr UVC-Luftentkeimungssystem „CleanTecAir“ sowie die KSV Kompetenz für Schienengebundene Verkehre GmbH für ihre datenbankbasierte Registerlösung RZBneo zur effizienteren Verwaltung von Zusatzbescheinigungen gemäß der Triebfahrzeugführerscheinverordnung für Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Über das Innovationscluster SET4FUTURE

SET4FUTURE gehört zu vier ausgewählten Clustern, die seit Juli 2018 mindestens vier und nach erfolgreicher Zwischenevaluation bis zu zehn Jahre als Innovationscluster durch den Freistaat Sachsen gefördert werden. Das Projekt SET4FUTURE hat das Ziel, Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Attraktivität des Verkehrsträgers Schiene, vor allem im Bereich des Regionalverkehrs und des ÖPNV, durch technologische Innovationen zu erhöhen. Die Technische Universität Dresden und das Unternehmen A.S.T. – Angewandte System Technik GmbH, ein Unternehmen der A.S.T.-Gruppe mit Standort in Dresden, sind Schlüsselpartner des Innovationsclusters. Die Maßnahme SET4FUTURE wird zu 50 Prozent mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Über den Rail.S e. V.

Der Verein Rail.S ging aus dem Zusammenschluss der Vereine BTS Bahntechnik Sachsen e. V. und Innovationszentrum Bahntechnik Europa e. V., beide in Sachsen gegründet, hervor. Rail.S zählt mit über 100 Vereinsmitgliedern aus Wirtschaft und Wissenschaft zu den größten Bahntechnikclustern in Deutschland. Unsere Mission ist es, die Bahnindustrie und insbesondere die mittelständischen Bahnzulieferunternehmen zu stärken. Ob Kooperationsprojekte, Absatzförderung oder Zugang zu internationalen Märkten – als Austausch- und Vernetzungsplattform vernetzt Rail.S stets mit den richtigen Partnern. Darüber hinaus organisiert Rail.S wissenschaftlich-technische Konferenzen und unterstützt die Weiterbildung innerhalb der Branche.

Rail.S ist Mitglied des europäischen Bahntechnikclusterverbunds European Railway Clusters Initiative ERCI. Aktuell sind in diesem Zusammenschluss 15 Bahntechnikcluster organisiert, die 17 europäische Länder abdecken und mehr als 2 000 Unternehmen und Institutionen aus ganz Europa unter einem Dach vereinen.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.rail-s.de.

Pressekontakt

Christin Lorenz | Clusterkoordination und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0351 / 497615904 | Mobil: 0151 / 40262524
E-Mail: christin.lorenz@rail-s.de